Autorenarchiv: SPD Findorff

Demokratische Klarheit und Transparenz im Findorffer Bürgerverein erforderlich

Eine Stellungnahme der SPD-Beiratsmitglieder und des Vorstandes des SPD Ortsvereins Findorff

Der Beirat Findorff hat den gesetzlichen Auftrag, sich mit Angelegenheiten von öffentlichem Interesse im Stadtteil sowie mit Anregungen, Hinweisen und Beschwerden aus der Bevölkerung zu befassen.

Deshalb reagiert die SPD-Fraktion des Beirates und der Vorstand des SPD OV-Findorff in dieser Stellungnahme auf Ansprachen von Bürgern hinsichtlich des Verfahrens und des Ergebnisses der Vorstandswahlen des Bürgervereins Findorff.

Neuer Vorstand im Bürgerverein Findorff

Die jüngsten Entwicklungen im Findorffer Bürgerverein geben Anlass zu ernsthaften Fragen, die aus Sicht der SPD nicht unbeantwortet bleiben dürfen.

Der Findorffer Bürgerverein ist seit vielen Jahren ein wichtiger Akteur im Stadtteil und tritt regelmäßig als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Politik und Verwaltung auf. Vor diesem Hintergrund ist es selbstverständlich, dass Fragen zur Ausrichtung und Legitimation seiner neugewählten Führung öffentlich diskutiert werden.

Ein neuer Vorsitzender mit AfD-Vergangenheit

Die Wahl des neuen Vorsitzenden, Erich Seifert, sorgt für Diskussionen. Nach öffentlich bekannten Informationen war Seifert in der Vergangenheit in der AfD aktiv. Zudem werfen öffentliche Äußerungen und Inhalte seines Internetauftritts bei vielen Menschen Fragen hinsichtlich seiner politischen Positionierung auf.

Für die SPD ist dabei klar: Wer einen Bürgerverein repräsentiert, der für den gesamten Stadtteil sprechen möchte, muss unmissverständlich für Demokratie, Vielfalt, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt stehen. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung darf kein Zweifel daran bestehen, dass sich Verantwortliche in öffentlichen Funktionen klar zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen.

Ordnungsgemäße Durchführung der Vorstandswahl?

Darüber hinaus sind Fragen zur ordnungsgemäßen Durchführung der Vorstandswahl aufgekommen. Dem Beirat Findorff und dem OV-Findorff wurden Hinweise vorgetragen, wonach die satzungsgemäßen Vorgaben zur Einladung der Mitgliederversammlung möglicherweise nicht vollständig eingehalten worden sein könnten. Diese Hinweise müssen ernst genommen und transparent aufgeklärt werden. Demokratische Legitimation entsteht nicht allein durch ein Wahlergebnis, sondern auch durch die Einhaltung demokratischer und satzungsgemäßer Verfahren.

Fazit

Die SPD erwartet daher vom Vorstand des Findorffer Bürgervereins eine schnelle und transparente Klärung der offenen Fragen. Vertrauen entsteht durch Offenheit, Nachvollziehbarkeit und eine klare demokratische Haltung.

Findorff lebt von seiner Vielfalt, seinem starken ehrenamtlichen Engagement und seinem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Werte gilt es zu schützen und zu stärken. Wer Verantwortung für unseren Stadtteil übernimmt, muss sich an diesen Grundsätzen messen lassen.

SPD Fraktion des Beirats Findorff/ Vorstand OV Findorff

C.Ti.-B.

Störfaktor oder Ruhe-Insel?

Arbeit der Inneren Mission und der Ambulanten Suchthilfe auf der Bürgerweide

Der Sozialausschuss des Findorffer Beirats hatte auf seiner Sitzung am 2. Juni 2026 Herrn Axel Brase-Wentzel von der Inneren Mission und Frau Bettina Meier von der Ambulanten Suchthilfe zu Gast, die über die ihre Arbeit informierten. Die Auswirkungen auf Findorff sind für den Beirat besonders relevant.

Verdrängung der Wohnungslosen- und Drogenszene vom Bahnhofsvorplatz

Durch das Verdrängen der Wohnungslosen- und der Drogenszene vom Bahnhofvorplatz hatte sich der Aufenthaltsort des genannten Klientels in den Nelson-Mandela-Park und in den Einzugsbereich der Messe verlagert. Axel Brase-Wentzel berichtete, dass mit dem „Wärmebus“ der Inneren Mission auf der Bürgerweide Aufwärmmöglichkeiten in der kalten Jahreszeit, Beratung und Hilfen angeboten werden.

Wie bekannt, führte dieses zu Beschwerden seitens der Anwohner des Parks und der Messeleitung. Das Team des Wärmebusses versuchte dies aufzufangen, musste aber den Standort des Busses aufgrund der Beschwerden weiter Richtung Findorff verlagern. Herr Brase-Wentzel beschrieb die Arbeit als zunehmend fordernder durch eine Zunahme von Aggression und Gewalt in der Crack-Szene.

Zunehmende Kriminalität an der Bürgerweide durch zusätzliches Angebot für Drogenabhängige?

Die ambulante Suchthilfe zieht von der Bürgermeister-Smidt-Strasse in die Theodor-Heuss-Allee um. Sie betreut Erwachsene sowie Familien mit Kindern mit Suchtproblematik. Das Angebot erstreckt sich über Beratung, Gruppenangebote, Nachsorge nach Reha,die Betreuung von Substituierten und Streetwork, um nur einige Arbeitsgebiete zu nennen.

Um Sorgen der Findorffer vor zunehmender Kriminalität vorzubeugen: Die ambulante Arbeit an einem festen Standort führt nach bisherigen Erfahrungen in der Bürgermeister-Smidt-Strasse zur Beruhigung der Szene. Indoorangebote in verschiedenen Stadtteilen sind laut Herrn Brase-Wentzel und Frau Meier die sichersten Möglichkeiten, die Arbeit zu gestalten.

Unsichere Finanzierung der Arbeit von Innerer Mission und Ambulanter Suchthilfe

Die beiden Vertreter von der Inneren Mission und der Ambulanten Suchthilfe thematisierten die unsichere Finanzierung ihrer Arbeit, in deren Folge in letzter Konsequenz ein Personalabbau steht. Damit kann die Arbeit und die Sicherheit der Betreuungsteams nicht mehr gewährleistet werden.

Die Arbeit ist wie sich zeigt jedoch notwendig, denn die Verdrängung der Wohnungslosen- und Drogenszene vom Bahnhofsvorplatz verlagert nur die Problematik in die Stadtteile. Das ist offensichtlich keine Lösung.

Fazit

Ziel muss es sein, dass die Beiräte der Stadtteile die Forderungen nach einer sicheren Finanzierung unterstützen und entsprechend auf die politischen Parteien und Senat einwirken. Die SPD als soziale Partei muss sich hier positionieren.

C.Ti.-B.